Multidisziplinärer Ansatz = moderne Fotografie

Written by Eric P.
Einleitung
Die besten Bilder entstehen nicht, weil du alles richtig belichtet hast –
Ich saß einmal bei einem Pitch für eine Kampagne – großer Kunde, komplexes Produkt, enge Timeline.
Die anderen Fotograf:innen hatten ihre Portfolios dabei, redeten über Licht-Setups, Moodboards, Bildsprache.
Ich auch.
Aber dann stellte der Creative Director eine einfache Frage:
„Wie würden Sie das ganze Konzept erzählen – nicht nur fotografieren?“
Und da war’s: Dieser Moment, in dem du weißt,
ob du gerade nur dein Handwerk verkaufst –
oder ob du wirklich Teil einer Idee bist.
Ich sagte:
„Ich würde erst das Storytelling aufbauen – nicht das Bild. Wer ist der Mensch auf dem Bild?
Was erlebt er? Welcher Satz steht darunter, wenn es ein Film wäre?“
Dann sprach ich über Farben, über Raumgefühl, über Körpersprache.
Nicht aus der Sicht eines Fotografen.
Sondern wie ein Regisseur.
Oder ein Autor.
Oder ein Psychologe.
Nach dem Gespräch wurde ich gebucht – nicht für meine Kamera.
Sondern für meinen Blick.
Seitdem ist mir klarer denn je:
Fotografie endet nicht bei ISO und Blende.
Sie beginnt dort.
Und dann geht sie weiter – durch Räume, durch Gedanken, durch Gespräche.
Manchmal leite ich Moodboard-Briefings.
Manchmal gebe ich Input für das Casting.
Und manchmal bin ich einfach der, der die Idee retten muss, wenn am Set keiner mehr weiß,
was eigentlich erzählt werden sollte.
Leonardo hätte das verstanden.
Er war nicht nur Künstler.
Er war auch Architekt. Anatom. Denker. Träumer.
Sein Werk war keine Disziplin – sondern ein Fluss zwischen vielen.
Genauso ist moderne Fotografie.
Du bist nicht nur Handwerker.
Du bist auch Gesprächspartner, Ideengeber, manchmal Krisenmanager.
Wenn du dich traust.
Denn die Wahrheit ist:
Die besten Bilder entstehen nicht, weil du alles richtig belichtet hast –
sondern weil du alles richtig gefühlt hast.
6. Multidisziplinärer Ansatz = moderne Fotografie
Was Leonardo war:
Ingenieur, Künstler, Anatom, Architekt, Philosoph – er war alles in einem.
Genau wie du als Fotograf: Künstler, Techniker, Regisseur, Psychologe.
Was du daraus ziehst:
Du bist nicht „nur“ Fotograf – du bist ein kreativer Generalist.
Leonardo zeigt: Nur wer über das Medium hinaus denkt, erschafft Neues.
Beispiel:
Du entwickelst bei einem Werbeshooting nicht nur Bilder –
du bringst Ideen für Styling, Mood, Storytelling mit.
Du führst die Idee – wie Leonardo.
