Verkauf und Selbstpräsentation

Einleitung

Warum Talent alleine nicht reicht – und Fotografen wie Fußballer lernen müssen, sich selbst ins Spiel zu bringen

Ein Fußballer kann der beste Dribbler, der härteste Verteidiger oder der präziseste Stürmer der Welt sein.
Aber wenn er es nicht schafft, sich zu zeigen, für sich zu werben, den Scouts oder Trainern seine Stärke zu präsentieren,
bleibt er unsichtbar.

Genau so ist es in der Fotografie.
Talent ist die Basis.
Aber Verkauf und Selbstpräsentation bringen dich ins Spiel.

  • Wer seinen Stil nicht erklären kann, bleibt austauschbar.

  • Wer seine Arbeit nicht mit Überzeugung vertritt, wird übersehen.

  • Wer sich nicht positioniert, wird nie die richtigen Aufträge anziehen.

Es geht nicht um Angeben.
Es geht darum, sichtbar und verständlich zu machen,
was dich einzigartig macht.

Am Ende gewinnst du keine Spiele nur auf dem Trainingsplatz –
du gewinnst sie, weil du auf dem Feld sichtbar bist, wenn es zählt.

Geschichte: Der Tag, an dem ein Gespräch mein Portfolio schlug

Ich hatte ein kleines, aber feines Portfolio aufgebaut.
Editorials, Kampagnen, Porträts – sauber, professionell, auf den Punkt.

Nun stand mein erstes Treffen mit einer großen Werbeagentur an.
Ich schleppte meine Mappe, mein iPad, mein Herz voller Hoffnung.

Doch als ich vor dem Creative Director saß,
passierte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Er sah die ersten drei Bilder durch –
blickte auf –
legte das iPad zur Seite und sagte:

„Die Bilder sind gut.
Aber erzähl mir:
Wer bist du als Fotograf?
Warum soll ich genau dich buchen?“

Ich erstarrte innerlich.
Bilder hatte ich vorbereitet.
Aber über mich selbst – hatte ich nicht nachgedacht.

Also stotterte ich irgendetwas von „flexibel“, „engagiert“, „kundenorientiert“.

Er nickte höflich – und schob das iPad zurück.
Das Gespräch war vorbei, bevor es richtig begonnen hatte.

Auf dem Heimweg spürte ich:
Ich hatte das Spiel verloren – nicht wegen mangelnder Technik,
sondern wegen fehlender Selbstpräsentation.

Ab diesem Tag begann ich, anders zu arbeiten:

  • Ich formulierte klar, was meine Bildsprache ausmacht.

  • Ich lernte, meine Vision in Worte zu fassen.

  • Ich übte, in einem Satz sagen zu können, wofür ich stehe.

Und beim nächsten Termin?
Eröffnete ich mit:

„Ich erzähle Geschichten in Licht und Schatten.
Ich zeige Menschen nicht perfekt – sondern echt.
Ich baue Bilder, die bleiben.“

Und plötzlich hörten die Kunden zu.
Sie sahen mich – nicht nur meine Technik.

Verkauf und Selbstpräsentation sind keine Show.
Sie sind die Brücke, die dein inneres Können mit der äußeren Welt verbindet.

Wie im Fußball:
Talent bringt dich aufs Feld.
Aber Präsenz, Mut und klare Ansagen bringen dich ins Tor.