Absicherung für freie Projekte – Schutz trotz kleinem Budget

Written by Eric P.
Einleitung
1. Freie Projekte fühlen sich privat an – sind es aber nicht
Was frei ist, wirkt unverbindlich.
Beispiel (jüngste Praxis):
Ein freies Portraitprojekt entsteht mit Models auf TFP-Basis.
Die Stimmung ist locker, alles wirkt freundschaftlich.
Monate später möchte ein Magazin Bilder veröffentlichen.
Risiko:
Das Projekt wird emotional als „privat“ eingeordnet, obwohl es rechtlich längst öffentlich wirkt.
Lösung:
Freie Projekte nicht nach Gefühl, sondern nach Wirkung bewerten.
Praxis:
„Frei heißt nicht folgenlos.“
2. Kein Budget bedeutet nicht kein Risiko
Geldlos heißt nicht risikolos.
Beispiel:
Ein freies Projekt findet in einer gemieteten Location statt, ohne Honorar, ohne Kunden, ohne Rechnung.
Risiko:
Bei Schaden oder Konflikt haftet eine Person allein.
Lösung:
Risiko unabhängig vom Budget betrachten.
Praxis:
„Risiken rechnen nicht in Euro – sie rechnen in Konsequenzen.“
3. Freundschaft ersetzt keine Klarheit
Nähe verführt zur Nachlässigkeit.
Beispiel:
Ein befreundetes Model sagt zu, es gibt keinen schriftlichen Rahmen.
Später fühlt sich das Model mit der Veröffentlichung unwohl.
Risiko:
Emotionale Nähe kollidiert mit fehlender Absprache.
Lösung:
Auch im freundschaftlichen Kontext klare Regeln.
Praxis:
„Gerade weil wir uns schätzen, klären wir es sauber.“
4. Bilder aus freien Projekten entwickeln Eigendynamik
Freie Arbeiten bleiben selten frei.
Beispiel:
Eine Serie wird online gezeigt.
Ein Kurator, ein Magazin, eine Marke meldet sich.
Risiko:
Keine Klarheit über Nutzung, Rechte, Kontext.
Lösung:
Freie Projekte immer zukunftsfähig absichern.
Praxis:
„Freie Projekte sind oft die sichtbarsten.“
5. Versicherung denkt nicht in Honoraren
Versicherungen fragen nicht nach Motivation.
Beispiel:
Ein freies Shooting im öffentlichen Raum, ein Passant stolpert über Equipment.
Risiko:
Haftung entsteht unabhängig vom Projektstatus.
Lösung:
Freie Projekte in bestehende Absicherung einbeziehen.
Praxis:
„Schäden interessieren sich nicht für Budgets.“
6. Beispiel: Schaden ohne Auftraggeber
Ein typischer Graubereich.
Beispiel:
Bei einem freien Projekt fällt ein Stativ um und beschädigt fremdes Eigentum.
Risiko:
Keine Produktionsfirma, kein Kunde, kein Puffer.
Lösung:
Klare Eigenabsicherung – auch bei freien Arbeiten.
Praxis:
„Wer produziert, trägt Verantwortung – immer.“
7. Kleine Budgets brauchen klare Grenzen
Je kleiner das Budget, desto wichtiger die Struktur.
Beispiel:
Alle arbeiten „aus Leidenschaft“, doch Erwartungen gehen auseinander.
Risiko:
Unbezahlte Mehrarbeit, Frust, Abbruch.
Lösung:
Minimaler, aber klarer Rahmen.
Praxis:
„Wenig Budget heißt nicht: keine Regeln.“
8. Zeit ist auch im freien Projekt wertvoll
Zeit wird im freien Projekt oft verschenkt.
Beispiel:
Unendliche Abstimmungen, neue Ideen, neue Versionen.
Risiko:
Projekt frisst Energie ohne Ende.
Lösung:
Zeitfenster auch ohne Geld definieren.
Praxis:
„Freie Zeit ist trotzdem Lebenszeit.“
9. Beispiel: Nachträgliche Nutzung ohne Absprache
Ein häufiger Konflikt.
Beispiel:
Ein Beteiligter nutzt Bilder später eigenständig für Social Media oder Eigenwerbung.
Risiko:
Gefühl von Kontrollverlust.
Lösung:
Nutzung klar, aber fair definieren.
Praxis:
„Alles, was nicht geklärt ist, wird interpretiert.“
10. Freie Projekte brauchen einfache Systeme
Komplexität ist kein Muss.
Beispiel:
Kein Budget für Anwälte, keine langen Verträge.
Risiko:
Entweder Überforderung oder gar nichts.
Lösung:
Schlanke, verständliche Regelwerke.
Praxis:
„Ein einfacher Rahmen ist besser als keiner.“
11. Absicherung schützt Kreativität
Unsicherheit blockiert.
Beispiel:
Ständiges Nachdenken:
„Darf ich das zeigen? Darf ich das nutzen?“
Risiko:
Kreative Zurückhaltung.
Lösung:
Klarheit vor Produktion.
Praxis:
Klarheit macht mutiger.“
12. Beispiel: Freies Projekt wird kommerziell interessant
Der Wendepunkt.
Beispiel:
Ein freies Projekt wird von einer Marke entdeckt.
Risiko:
Keine Basis für Verhandlung.
Lösung:
Absicherung ermöglicht Übergang.
Praxis:
„Frei heißt nicht: wertlos.“
13. Kleine Budgets brauchen bewusste Prioritäten
Nicht alles ist gleich wichtig.
Beispiel:
Entscheidung: lieber Versicherung oder neues Objektiv.
Risiko:
Falsche Prioritäten.
Lösung:
Existenzielle Risiken zuerst absichern.
Praxis:
„Nicht alles absichern – aber das Richtige.“
14. Absicherung schützt Beziehungen im freien Kontext
Konflikte wiegen schwerer ohne Vertrag.
Beispiel:
Projekt endet ohne Streit – aber mit Distanz.
Risiko:
Beziehungen brechen leise.
Lösung:
Struktur als Beziehungsschutz.
Praxis:
„Klarheit bewahrt Freundschaften.“
15. Freie Projekte sind Lernräume – auch für Absicherung
Hier entsteht Erfahrung.
Beispiel:
Fehler passieren ohne große Bühne.
Risiko:
Gelernt wird nur, wenn reflektiert wird.
Lösung:
Freie Projekte bewusst als Trainingsfeld nutzen.
Praxis:
„Was frei ist, darf lehren.“
16. Absicherung ist skalierbar
Nicht alles muss perfekt sein.
Beispiel:
Ein Basis-Setup schützt vor den größten Risiken.
Risiko:
Entweder alles oder nichts.
Lösung:
Absicherung in Stufen denken.
Praxis:
„Ein bisschen Schutz ist besser als keiner.“
17. Absicherung für freie Projekte ist gelernte Professionalität
Niemand startet perfekt.
Beispiel:
Unklare Absprachen, verlorene Bilder, Konflikte.
Risiko:
Erfahrung fehlt.
Lösung:
Systeme entwickeln – aus kleinen Projekten.
Praxis:
„Freie Projekte sind der Proberaum für Professionalität.“
Schlussgedanke
Freie Projekte sind Herz, Experiment und Visitenkarte.
Aber sie sind kein rechtsfreier Raum.
Wer freie Projekte absichert, arbeitet nicht vorsichtiger – sondern weiter.
Nicht trotz kleinem Budget, sondern mit klarer Haltung.
