Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Einleitung

Warum Fotografen wie Fußballer sein müssen – beweglich, wach und immer bereit, neu zu denken

Am Anfang steht immer die Faszination.
Für Fußball vielleicht ein erster Ball im Garten.
Für Fotografie das erste Mal Licht auf Film bannen.

Doch Interesse allein reicht nicht.
Wer wirklich erfolgreich sein will – auf dem Platz oder hinter der Kamera – muss lernen, sich ständig anzupassen.

  • Im Fußball ändern sich Spielsituationen in Sekunden.

  • In der Fotografie ändern sich Licht, Stimmung, Wetter oder kreative Ansprüche genauso schnell.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind keine netten Extras.
Sie sind das Herzstück echter Meisterschaft.

Genauso wie ein guter Fußballer das Spiel lesen, Räume erkennen und neue Wege finden muss,
muss ein Fotograf in jedem Moment bereit sein, seine Pläne zu überdenken und neu zu denken.

Am Ende lebt man beides – Fußball und Fotografie – nicht nur als Technik.
Man lebt es als Haltung:
Immer wach.
Immer bereit.
Immer im Spiel.

Geschichte: Der Tag, als ein Set zum Spielfeld wurde

Es sollte ein klassisches Outdoor-Shooting werden:
Ein Sommermagazin-Cover – strahlender Himmel, Sonnenlicht, entspannte Models auf Picknickdecken.

Der Tag begann perfekt.
Aber eine Stunde vor Shootingstart zogen plötzlich dunkle Wolken auf.
Keine Sonne mehr.
Dann: Regen.
Erst leicht – dann ein Guss.

Das gesamte Set war draußen aufgebaut.
Die Stimmung? Im Keller.
Der Kunde? Nervös.

Ich stand da, schaute in den Himmel – und wusste:
Jetzt ist Schluss mit sturem Festhalten am ursprünglichen Plan.

In diesem Moment erinnerte ich mich an Fußballtrainings früher:
Wenn der Platz matschig war, musste man seine Taktik ändern.
Weniger Pässe, mehr lange Bälle.
Weniger Schönheit, mehr Pragmatismus.

Also dachte ich um:

  • Die Decken? Zusammenrollen – daraus entstehen improvisierte Stylings.

  • Der Regen? Nutzen – nasse Haare, glänzende Haut, echte Emotion.

  • Das Licht? Dramatisch, weich – perfekt für einen Editorial-Look.

Ich sprach mit dem Team:
„Wir machen jetzt kein Picknick-Shooting. Wir machen ‚Summerstorm Chic‘. Wild, lebendig, echt.“

Innerhalb von 20 Minuten hatten wir das Konzept gedreht.
Models barfuß, Haare zerzaust, lachend im Regen.
Kameras eingepackt in Plastik, Licht minimal angepasst.

Und die Bilder?
Wurden die besten der ganzen Kampagne.
Energiegeladen, frisch, anders.

Später sagte der Kunde:

„Wir hatten ein Standard-Sommerbild geplant – und ihr habt uns eine Geschichte gegeben.“

Genau wie auf dem Fußballplatz geht es auch beim Shooting nicht darum, deinen ursprünglichen Plan zu verteidigen.
Es geht darum, das Spiel neu zu lesen.
Die neuen Chancen zu sehen.
Und dann, im richtigen Moment, mutig zu spielen.

Nur wer bereit ist, seinen ursprünglichen Plan loszulassen, kann echte Magie entstehen lassen –
im Fußball genauso wie in der Fotografie.