„Houston, wir haben ein Problem…“

Einleitung

Wenn der Chef oder Kunde am Set ist – und alles plötzlich anders läuft.

Warum der Set-Change oft kein echter Angriff ist – und wie du trotzdem die Führung behältst

Das Set steht.
Das Konzept ist durchgesprochen.
Moodboards wurden erstellt, Freigaben erteilt, Licht aufgebaut.
Die Models sind vorbereitet, der Kunde hat zugestimmt – alles läuft nach Plan.

Und dann, in genau diesem Moment, tritt der Entscheider ins Set, lässt den Blick schweifen – und sagt diesen einen Satz, der Fotograf:innen weltweit in kalten Schweiß ausbrechen lässt:

„Können wir das vielleicht spontaner machen?“
„Ich fände draußen irgendwie frischer.“
„Das ist mir zu clean – können wir es anders denken?“

Innerhalb von Sekunden steht deine Planung auf dem Prüfstand.
Was für den Chef nach kreativem Input klingt, bedeutet für dich: Risiko.
Denn deine gesamte Vorbereitung – Set, Licht, Timing – basiert auf dem ursprünglichen Konzept.

Jetzt entscheidet sich, wer du am Set wirklich bist:
Nur Fotograf – oder kreativer Dirigent.

Warum Chefs plötzlich alles anders wollen

Um solche Situationen souverän zu meistern, musst du zuerst verstehen, warum sie entstehen.

1. Spontane Emotionen

Manchmal wird ein Entscheider am Set von spontanen Eindrücken überwältigt.
Die Location sieht „in echt“ anders aus als erwartet.
Die Stimmung fühlt sich nicht so an, wie das Moodboard es suggerierte.

2. Politische Wirkung

Gerade auf hochkarätigen Sets geht es nicht nur um Ästhetik.
Manche Chefs wollen Initiative zeigen, ihre Handschrift sichtbar machen, Kreativität demonstrieren – auch wenn das inhaltlich keinen echten Mehrwert bringt.

Es geht um „Ich habe das Shooting gerettet“ – nicht immer um das beste Bild.

3. Unsicherheit

Entscheider:innen stehen oft selbst unter immensem Druck.
Sie fürchten, etwas zu verpassen oder etwas zuzulassen, das später als Fehler ausgelegt wird.
Spontane Richtungswechsel sind manchmal ein Versuch, Kontrolle zurückzugewinnen.